katholische Pfarrgemeinde Heilig Geist Krefeld
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Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Gemeinde!

Alle vier Evangelien berichten das Wunder der Brotvermehrung am See Genezareth, bei dem 5000 Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen gesättigt wurden. Die Menschen sind Jesus gefolgt, um seine Worte zu hören und seine Nähe zu suchen. Darüber vergeht die Zeit und die Jünger empfehlen Jesus am Abend die Menschen wegzuschicken, damit sie sich selbst mit Lebensmitteln versorgen können. Spiritualität ja und dann schaue jeder selbst wie er durchkommt.

Jesus ist mit dieser Lösung nicht einverstanden. Gebt ihr ihnen zu essen und nehmt als Jünger (Kirche) eure Verantwortung wahr. So inventarisieren die Jünger (Kirche) ihre Möglichkeiten: nur 5 Brote, nur zwei Fische, zu wenige pastorale Mitarbeiter, zu wenige Gläubige, zu wenig Geld, einfach zu wenig von allem..... Mit der dunklen Brille der Resignation wirkt die Kirche in Deutschland gefangen in ihrer Hoffnungslosigkeit.

Und Jesus: Er bittet die Menschen sich ins Gras zu setzen und stellt damit klar wie es in Psalm 23 heißt: "Der Herr ist mein Hirte, er führt mich auf gute Weide". „Bringt eure Möglichkeiten“, fordert Jesus die Jünger (die Kirche) auf, und wenn es fünf Brote und zwei Fische sind. Jesus nimmt unsere Möglichkeiten, blickt zum Himmel und gibt ihnen eine neue Qualität. Sind wir schon bereit unsere vielleicht bescheidenen pastoralen Möglichkeiten Gott hinzuhalten? Sind wir schon bereit in unseren pastoralen Überlegungen und Konferenzen uns der Führung Gottes anzuvertrauen? Jetzt mal ganz ehrlich: Hand auf`s Herz ...

In der Erzählung des Brotwunders gibt Jesus den Jüngern (der Kirche) in neuer Qualität die Brote und Fische zurück mit der Aufforderung an sie (an die Kirche), an die Menschen auszuteilen. Die Jünger teilen nicht mehr sich aus, sondern teilen die von Gott geschenkten Gaben aus: Glaube, Hoffnung und Liebe um es mit dem Apostel Paulus zu sagen. Damit verschenken die Jünger (die Kirche) einen grenzenlosen Reichtum, der für alle reicht.

Im pastoralen Raum - was für ein Begriff - Krefeld/Meerbusch wird sich im nächsten Jahr in der äußeren Sozialgestalt der katholischen Kirche viel ändern. Für viele werden es schmerzliche Erfahrungen sein. Für mich bleibt nicht das Bedauern übrig nach dem Motto: Warum musste es so komme? Für mich ist die Frage entscheidender: Wozu geschieht das alles und was will uns Gott damit sagen? Diese Frage zielt nicht nur in die Zukunft, sondern auf Gott hin.

Trotz aller Umbrüche und Brüche !!!

in Verbundenheit 

Ihr Pastor Norbert Lucht